Digitalisierung garantiert keine erfolgreiche ‚Messe Performance‘

Ein Stand in exponierter Lage, eine ansprechende Produktpräsentation, Visitenkarten, Flyer und zahlreiche Give-Aways. So ähnlich konnte man vor einiger Zeit noch die Must-Haves für den erfolgreichen Messeauftritt zusammenfassen.

Doch jetzt sind wir im Zeitalter der Messe 4.0 angelangt: 360-Grad-Live-Kameras, interaktive Touchdisplays, virtuelle Rundgänge, Produktfilme in Dauerschleife auf Großleinwänden, Online-Produktkonfiguration direkt am Messestand – damit beeindruckt man heute. Neben Messen mit technischem Schwerpunkt ist die Digitalisierung heute auch in vielen anderen Branchenanzutreffen, denn die digitale Transformation verändert die Art der Messeauftritte von Unternehmen.

Die Digitalisierung eines Messeauftritts hat aber noch keine Wirkung und keinen Nutzen. Ein einheitliches Gesamtkonzept muss im Unternehmen entwickelt werden. Zunächst müssen Fragen beantwortet werden wie:

  • Muss ich alle Produkte und Maschinen auf meinem Messestand präsentieren?
  • Wie kann ich meine Produkte digital darstellen?
  • Wie wird die Zielgruppe reagieren?
  • Überfordere ich damit meine Bestandskunden?
  • Ist mein Standpersonal involviert und informiert?

Es ist bei den Messebesuchen sehr spannend zu sehen, wie Unternehmen, egal welche Branche oder Größe, mit dem Thema Digitalisierung am Messestand umgehen. Meine persönliche Wahrnehmung ist, dass häufig (auch bei innovativen Unternehmen!) eine einheitliche Strategie und ein Konzept fehlen. Die Messestände sind top modern und digital. Teilweise kann man regelrecht in die Produkt- und Unternehmenswelt eintauchen – alles sehr spannend. In vielen Fällen fehlt jedoch etwas oder passt noch nicht so ganz zur digitalen Erscheinung. Das kann z. B. das Standpersonal sein, das sich mit der neuen Welt noch nicht identifizieren kann. Die Besucher spüren dies.

Ein konkretes Beispiel von einer Maschinenbau Messe in diesem Jahr:
Die beiden Herren (unterschiedliche Nationalität), Mitarbeiter am Stand eines großen, international tätigen Unternehmens, fühlten sich sichtlich unwohl. Ich fragte sie, wie ihnen das neue Standkonzept gefällt. Die Antwort: „Der Stand ist toll und innovativ. Doch wir tragen weiterhin Anzug mit Krawatte und haben auf Papier gedruckte Namensschilder (Befestigung mit Sicherheitsnadel). Damit passen wir doch gar nicht hierher! Wir fühlen uns überrumpelt und nicht richtig vorbereitet für diesen modernen digitalen Messeauftritt.“
Und das ist definitiv kein Einzelfall! Die Unternehmen investieren sehr viel Geld in die Digitalisierung und vergessen dabei leider häufig die Mitarbeiter, die das Ganze am Stand repräsentieren sollen.

Außerdem besteht die Gefahr, dass die Besucher mit Live-Erlebnissen und digitalem Spielzeug überfordert werden und dabei das Wichtigste – das eigentliche Produkt – übersehen oder nicht richtig wahrnehmen.

Fazit: Digitalisierung ist ein spannendes und wichtiges Thema. Doch es sollte sorgsam in die gesamte Unternehmensstrategie eingefügt werden – und auch die Mitarbeiter mit einbinden.

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